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Entscheidung

Kreditrate oder Miete vergleichen in Österreich

Kreditrate und Miete direkt zu vergleichen ist ein häufiger Startpunkt, aber kein vollständiger Kauf-vs-Miete-Vergleich. In Österreich zählen zusätzlich Kaufnebenkosten, Grundbuch, Pfandrecht, Makler und Kapitalbindung.

Kurze Antwort

Eine Kreditrate enthält Zinsen und Tilgung. Tilgung baut Vermögen auf, aber die Wohnung verursacht zusätzlich einmalige Kaufkosten, laufende Eigentümerkosten und gebundenes Eigenkapital. Deshalb reicht Miete gegen Rate allein nicht aus.

Fairer Vergleich

Entscheidend ist das Nettovermögen nach einer Haltedauer: Immobilienwert minus Restschuld und Verkaufskosten gegenüber Miet-Szenario plus alternative Anlage.

Ein einfaches Monatsbeispiel

Angenommen, eine Wohnung kostet € 450.000, davon werden € 120.000 als Eigenkapital eingesetzt und € 330.000finanziert. Die Kreditrate liegt bei € 1.540 pro Monat. Die vergleichbare Miete beträgt € 1.250.

Auf den ersten Blick wirkt der Unterschied überschaubar. Aber die Kreditrate ist nicht die vollständige monatliche Kaufbelastung. Wenn zusätzlich € 260 laufende Eigentümerkosten und etwa € 375 rechnerische Instandhaltung pro Monat berücksichtigt werden, liegt die monatliche Kaufbelastung bei rund € 2.175. Das sind € 925 mehr als die Miete.

Was bei der Kreditrate fehlt

  • Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Pfandrecht.
  • Maklerprovision, Vertragserrichtung und Bankkosten.
  • Instandhaltung, Rücklagen und mögliche Sanierungskosten.
  • Opportunitätskosten des eingesetzten Eigenkapitals.
  • Mögliche ImmoESt oder Verkaufskosten bei späterem Verkauf.
PositionWarum sie wichtig ist
Zinsanteilechte Finanzierungskosten, kein Vermögensaufbau
Tilgungsanteilbaut Vermögen auf, bindet aber Liquidität
Kaufnebenkostenfallen am Anfang an und erhöhen nicht automatisch den Immobilienwert
Instandhaltungtrifft Eigentümer, nicht Mieter in gleicher Form
Eigenkapitalreduziert Kredit, fehlt aber als alternative Anlage

So vergleichst du fair in drei Schritten

  1. Berechne die echte Kaufbelastung: Kreditrate plus laufende Eigentümerkosten plus Instandhaltung plus einmalige Kaufnebenkosten über die Haltedauer.
  2. Berechne das Miet-Szenario: Miete, Mietsteigerung und die alternative Anlage von Eigenkapital und monatlichen Differenzen.
  3. Vergleiche nach einer festen Haltedauer das Nettovermögen: Immobilienwert minus Restschuld und Verkaufskosten gegen das investierte Miet-Szenario.

Was beim Miet-Szenario zählt

Mieten bleibt nicht automatisch konstant. Mietentwicklung, Wohnform und Betriebskosten sind wichtig. Trotzdem bleibt Kapital im Miet-Szenario flexibler und kann alternativ verwendet werden. Deshalb gehört die Alternativrendite des Eigenkapitals in den Vergleich.

Warum Österreich besonders auf die Nebenkosten schaut

Bei € 450.000 Kaufpreis können € 45.000 oder mehr an Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Pfandrecht, Vertragserrichtung, Makler und Bankkosten entstehen. Diese Summe ist in der monatlichen Kreditrate nicht sichtbar, beeinflusst aber stark, ab wann Kaufen die Miete finanziell aufholen kann.

Weiterdenken

Häufige Fragen

Ist Tilgung ein Kostenpunkt?

Tilgung ist Vermögensaufbau, aber sie bindet Kapital. Deshalb muss sie anders bewertet werden als Zinskosten.

Warum sind Kaufnebenkosten so wichtig?

Sie fallen am Anfang an und erhöhen nicht automatisch den Immobilienwert. Bei kurzer Haltedauer können sie den Kauf stark belasten.

Wann wirkt Kaufen trotz hoher Rate sinnvoll?

Wenn Haltedauer, Wertentwicklung, Tilgung und Mietersparnis die Kaufnebenkosten und Kapitalbindung langfristig überwiegen.

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